Botulinumtoxin - Das Wichtigste im Überblick
Das erste Arzneimittel mit dem Wirkstoff Botulinumtoxin wurde im Jahr 2006 durch das Bundesinstitut für Arzneimittel aufgrund langjähriger Erfahrung und überzeugender Studienergebnisse zur Behandlung der Zornesfalte zugelassen.
- Im Jahre 2006 weltweit der am häufigsten durchgeführte minimal-invasive ästhetische Eingriff.
- Einsatz von Botulinumtoxin in der Faltenbehandlung seit über 15 Jahren.
- Überzeugt aufgrund seiner guten Wirksamkeit, geringen Belastung und hohen Sicherheit in den Händen eines erfahrenen Anwenders.
Dr. Sommer hat vor 10 Jahren das Verfahren bei den Entdeckern der Methode gelernt und als einer der Ersten regelmäßig in Deutschlang angewendet.
Er ist der Verfasser des ersten Lehrbuchs zur ästhetischen BTX-A-Therapie und unterrichtet regelmäßig Kollegen in der Methode.
Dr. Sommer ist Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin -Therapie (DGBT).
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Was ist Botulinumtoxin (Botox)?
Botox (Botulinumtoxin) ist ein in der Natur vom Bakterium Clostridium botulinum gebildetes Eiweiß. Das Botulinumtoxin für klinische Anwendungen wird heutzutage gentechnologisch gewonnen. Im menschlichen Körper blockiert es die Freisetzung des Botenstoffes, der für Muskelkontraktionen verantwortlich ist und kann so eine dosisabhängige Muskelentspannung bis —lähmung bewirken. Wie bei fast allen Medikamenten können hohe Dosen giftig sein, bei Einsatz zur Faltenkorrektur können jedoch durch die verwendeten starken Verdünnungen und die Art der Anwendung keine Vergiftungserscheinungen auftreten. Der oft gebrauchte Begriff „Botox“ ist eigentlich ein Präparatename.
Wie wirkt Botulinumtoxin (Botox) bei der Faltenkorrektur?
Durch ständige Aktivität der mimischen Muskeln können sich im Laufe des Lebens in der darüber liegenden Haut Falten eingraben, zum Beispiel Zornesfalten über der Nase, Stirnfalten oder Lachfalten an den Augenwinkeln (als Krähenfüsse bekannt).
Da Botox die Muskelkontraktion durch Blockade des hierfür nötigen Botenstoffes hemmen kann, führen Botulinumtoxininjektionen in die betreffende Muskulatur zu einer dosisabhängigen Entspannung. Als Folge der Muskelentspannung glätten sich auch die Falten oder verschwinden vollständig, wenn sie noch nicht allzu tief eingegraben waren.
Aufgrund seines Wirkmechanismus (Muskelentspannung) wirkt Botulinumtoxin besonders gut bei Falten, die durch häufigen, meist unbewussten Muskelzug entstehen wie zum Beispiel Stirnfalten (Entstehen oft beim konzentrierten Gucken) oder auch durch Mimik bedingte Falten (Lachfalten).
Der klassische Anwendungsbereich für Botulinumtoxin sind Falten des oberen Gesichtsdrittels, also um die Augen und auf der Stirn.
Botulinumtoxin kann aber auch störende Falten seitlich des Nasenrückens (im englischen „bunny lines“ genannt) oder kopfsteinpflasterartige Grübchen am Kinn glätten.
Neuere Anwendungsbereiche sind stark hervortretende Muskelstränge am Hals oder durch Muskelzug bedingte Falten im Decolleté.

- Abbildung: Die besten Anwendungsgebiete für Botox

- Abbildung: Botox-Anwendungsgebiete für Fortgeschrittene
Wie sieht die Behandlung mit Botulinumtoxin aus?
Zunächst einmal legen Patient und Arzt gemeinsam fest, welche Region und wie stark behandelt werden soll.
Die Injektion erfolgt mit genau geeichten Spritzen und sehr dünnen Nadeln. Dabei können vorübergehend leichte Schmerzen auftreten.
Damit sich keine kleinen Blutergüsse an den Einstichstellen bilden, wird danach noch für einige Minuten „komprimiert“ (d.h. fest auf diese Stellen mit einem Tupfer gedrückt) und eventuell ein bisschen gekühlt.
Kann ich nach der Behandlung gleich wieder unter Menschen?
Ja. Das einzige, was man nach einer Botulinumtoxininjektion sieht, können die kleinen Einstichstellen und selten kleinste Blutergüsse sein, falls feine Hautgefäße verletzt wurden. Diese Veränderungen können auf Wunsch problemlos überschminkt werden und sind spätestens nach wenigen Tagen komplett verschwunden.
Wann und wie lange wirkt Botulinumtoxin?
In den meisten Fällen tritt der Behandlungseffekt nach 48 — 72 Stunden auf, der maximale Effekt wird nach 1 — 2 Wochen erreicht. Selten kann es bis zum Einsetzen der Wirkung auch länger dauern. Die Blockade an der Übertragungsstelle zwischen Nerv und Muskel hält in der Regel 4 — 6 Monate. Dann haben sich die durch Botulinumtoxin bedingten Veränderungen wieder zurückgebildet. Entsprechend lang bleibt auch das faltenglättende Resultat der Injektion bestehen. Falls erwünscht, kann die Behandlung wiederholt werden.
Wirkt das Gesicht nach Behandlung mit Botulinumtoxin maskenhaft starr?
Häufig befürchten Patienten, dass ihr Gesicht nach einer Behandlung mit Botox nicht nur glatter, sondern starr und unnatürlich erscheint.
Diese Befürchtung ist unbegründet, da durch vorsichtige Dosierung immer nur ein kleiner Teil der Muskulatur vorübergehend ausgeschaltet wird. Das Gesicht ist dadurch einfach entspannter und wirkt oft freundlicher. Trotzdem kann man aber zum Beispiel noch erstaunt gucken, nur ohne Falten (das geht!!).
Können bei einer kosmetischen Anwendung von Botulinumtoxin Nebenwirkungen auftreten?
Die Injektion von Botulinumtoxin ist bei Konsultation eines erfahrenen Behandler eine sehr sichere und gut verträgliche Methode zur sanften Faltenglättung.
Als Folge der Injektion kann es zu kleinen Blutergüssen oder Schwellungen kommen. Vorübergehendes Unwohlsein, Müdigkeit oder Kopfschmerzen wurden beschrieben (es gibt aber auch viele Fälle, in denen sich Kopfschmerzen bessern). Extrem selten kommt es zu allergischen Reaktionen, Juckreiz oder Hautausschlag.
Um seltene, unangenehmere Komplikationen ( vorübergehendes Herabhängen von Augenbraue oder Oberlid, kurzfristige Sehstörungen) zu vermeiden, sollte die Injektion von einem erfahrenen, gut ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.
Insgesamt sind alle Nebenwirkungen so wie die Wirkung von Botulinumtoxin, zeitlich beschränkt.
Gibt es Erfahrungen über die Langzeitwirkungen?
Manchmal wird vor der Anwendung von Botulinumtoxin zur Faltenkorrektur gewarnt mit der Begründung, dass keine ausreichenden Erfahrungen über langfristige Therapiewirkungen vorliegen.
Das stimmt so aber nicht.
Obwohl die Behandlung von Falten eine relativ neue Indikation für Botulinumtoxin darstellt, wird es immerhin schon seit 1989 hierzu eingesetzt ohne das je Hinweise für langfristige Nebenwirkungen auftraten.
Viel länger (nämlich fast vierzig Jahre) und in viel höheren Dosen wird es bereits zur Behandlung krankhafter Muskelverkrampfungen (Spasmen) eingesetzt. Aus diesen Erfahrungen weiß man, dass Botulinumtoxin keine langfristigen Nebenwirkungen hervorruft. Mikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass nach dem Abklingen der Botulinumtoxinwirkung keine bleibenden Veränderungen an den Nerven oder Muskeln resultieren, alles sieht wieder aus wie zuvor.
Besteht bei kosmetischer Anwendung des Botulinumtoxins die Gefahr einer „Vergiftung“ (Botulismus)?
Botulinumtoxin ist ein sehr wirksames und dadurch auch potentiell gefährliches Gift.
Eine Vergiftung ist aber, wie bei allen Stoffen, vom Verabreichungsweg und der Dosis abhängig.
Das Bild einer Vergiftung mit Botulinumtoxin, der sogenannte Botulismus, wird bei Aufnahme größerer Mengen in den Organismus (zum Beispiel bei Lebensmittelvergiftungen) beobachtet.
Da bei der kosmetischen Anwendung kleinste Mengen in umschriebene Muskelareale gespritzt werden und dort vor Ort gebunden werden (also gar nicht in den Kreislauf und Gesamtorganismus gelangen), kann eine Vergiftung hierbei nicht auftreten.
Kann man die Faltenkorrektur mit Botulinumtoxin beliebig oft wiederholen ?
Für die kosmetische Anwendung wurde bisher kein Nachlassen der Wirkung bei wiederholten Anwendungen beschrieben. Mikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass sich die durch Botulinumtoxin bedingten Veränderungen nach einigen Monaten komplett zurückbilden.
Daher müssen keine Nebenwirkungen bei wiederholter Anwendung befürchtet werden (vergleiche Absatz Langzeitwirkungen und Vergiftung).
Muss man bei wiederholten Anwendungen mit einem Nachlassen der Wirkung und damit einer Dosissteigerung zum Erreichen eines Effektes rechnen?
Nein. Wie oben dargestellt, wirkt Botulinumtoxin nur vorübergehend. Nach Beendigung der Wirkung ist weder vom Wirkstoff noch von seinen Effekten an den Nerven etwas nachzuweisen. Da ein ruhig gestellter Muskel aber meist etwas schwächer wird ( denken Sie an einen geschienten Arm im Gips) wird oft eher weniger Wirkstoff benötigt, um bei regelmäßigen Anwendungen den gleichen muskelentspannenden Effekt zu erreichen.
Wann sollte keine Behandlung mit Botox durchgeführt werden?
Aus Sicherheitsgründen wird von einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten.
Bei bekannten mit Muskelschwäche einhergehenden Grunderkrankungen (zum Beispiel der Myasthenia gravis) oder Blutgerinnungsstörungen sollte ebenfalls nicht mit Botulinumntoxin behandelt werden.
Gibt es noch andere Anwendungsgebiete für Botox?
Häufiger und in sehr viel höheren Dosierungen wird Botulinumtoxin zur Behandlung neurologischer oder muskulärer Störungen mit Muskelverkrampfungen eingesetzt. Als wirkungsvoll hat e sich in den letzten Jahren in der Behandlung des übermäßigen Schwitzens (Hyperhidrose) und bei einige Patienten mit Spannungskopfschmerz und Migräne erwiesen.