Hautverjüngung mit Botox: Behandlungszonen

Botox Behandlungszonen

Sorgenfalten

Die horizontalen Falten der Stirn stören viele Menschen. Je jünger, desto weniger Querfalten auf der Stirn, je älter, desto mehr. Man kann sogar das Alter des Gegenüber grob an den Stirnfalten ablesen: Jede Querfalte steht für ungefähr ein Jahrzehnt.

Die glatte Stirn der Teenager steht für ungebrochene Jugend. Prof. Jean Carruthers sagt ihren weiblichen Patienten gerne: „Wegen Botox habe ich seit zehn Jahren die Stirn nicht mehr gerunzelt, und wissen Sie was? Es fühlt sich großartig an!“

Aber: Gerade an der Stirn ist Vorsicht geboten, hier werden die meisten Anfänger-Fehler gemacht. Die Querfalten der Stirn werden nämlich von einem einzigen Muskel hervorgerufen. Dieser ist für das Hochziehen der Augenbrauen verantwortlich. Bei manchen Menschen sinken die Brauen im Alter herab, die Haut zwischen Haaransatz und Braue verlängert sich. Entspannt man nun den Muskel mit Botox zu sehr, so kann das zu einem Tiefersinken der Brauen führen und damit zu einem „verärgerten“ oder „missmutigen“ Gesichtsausdruck- ganz bestimmt nicht der erwünschte Effekt bei einer „Schönheitsbehandlung“. Im Gegensatz dazu kann man mit Botox die Braue ja auch um 1-2 mm heben. Ein Millimeter ist eine kleine Strecke, aber im Gesicht bedeutet ein Millimeter viel.

Gerade die Übertherapie der Stirn könnte auch zu jenem maskenhaften Aussehen führen, das unbedingt vermieden werden sollte.

Man muß sich also über die Folgen der Behandlung der einzelnen mimischen Muskeln im Klaren sein. Während der unbeabsichtigt zornige Gesichtsausdruck, der durch die Zornesfalten entsteht, für das Mienenspiel (Ausnahme: Schauspieler) eine geringe Rolle spielt- oder um es mit unseren Patienten zu sagen: „...braucht kein Mensch“- gilt das Umgekehrte für die direkt daneben liegende Stirnmuskulatur: Das Hochziehen der Augenbrauen benötigt man, um beim Zuhören Interesse oder Anteilnahme auszudrücken. Fehlt diese Möglichkeit, so sieht man teilnahmslos, desinteressiert oder im schlimmsten Falle eben mimikstarr aus.

Außerdem sprechen unterschiedliche Patienten unterschiedlich stark auf die Behandlung an. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Zielvorstellung nicht gleich bei der ersten Sitzung erreichen zu wollen, sondern zuerst vorsichtig, und erst bei der nächsten Sitzung eine etwas höhere Dosierung zu geben.

Tiefer tretende Augenbrauen bei zu hoher Dosis in der Stirn. Das ist schwer zu behandeln. 'Mr. Spock' oder 'Jack-Nicholson'-Augenbraue bei ungleichem Muskelzug. Dieser unerwünschte Effekt kann durch eine kleine Dosis über der äußeren Augenbraue einfach wieder behoben werden.

Zornesfalten

Sie signalisieren Wut, Zorn, Sorge, manchmal Ängstlichkeit- alles negative Emotionen. „Schau doch nicht immer so böse“ ist die häufige Reaktion der Umgebung. Die „Zornesfalten“ sind heutzutage eigentlich Konzentrationsfalten: Falten zwischen den Augenbrauen. Sie werden durch den ständigen Zug der Muskeln hervorgerufen, die die Augenbrauen in der Mitte zusammenziehen. Lesen ab frühester Kindhiet, Fernsehen und Konzentration vor dem Computerbildschirm strengen das Auge an. Unwillkürlich wird versucht, die Augenbraue „schützend“ über das Auge zu ziehen: eine Konzentrationsfalte bildet sich und wird als „Zornesfalte“ gedeutet.

Dieses ist immer noch das allerbeste Anwendungsgebiet für Botox.

Normalerweise kann man eine recht hohe Dosis Botox an dieser Stelle verwenden, da der „böse“ Gesichtsausdruck von niemand geliebt wird. Einige Leute fürchten, sie könnten dann nicht mehr richtig „streng“ schauen. Aber auch Kinder unter 12 können dort keine Falten ziehen und trotzdem missmutiges Befinden mimisch sehr gut vermitteln. Einige Patienten berichten auch, dass gerade bei Geschäftsverhandlungen das Fehlen der Zornesfalte bei deutlicher Nicht-Zustimmung in der sonstigen Körper- oder verbalen Haltung einen deutlichen Wettbewerbsvorteil darstellen kann. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die zur Schau getragene Entspannung den Eindruck vermittelt, man würde weit über den Dingen stehen.

Einige Menschen wünschen dennoch eine Rest-Mimik, weil sie als Schauspieler arbeiten o.ä. Dann nimmt der Arzt einfach eine geringere Dosis des Medikaments. Es ist erstaunlich, wie viele Leute vergessen, dass die Wirkung dosisabhängig ist. Genauso wie man mit dem Auto im verkehrsberuhigten Bereich langsam fährt (Geschwindigkeit ist gaspedal-abhängig), kann man auch in der Botox-Behandlung verfahren.

Bei falscher Injektion, nämlich zu nahe am und Richtung Auge kann der Muskel „erwischt“ werden, der das Augenlid hebt. Das kann dann zu einem herabhängenden Augenlid führen. Dieses dauert je nach Dosis 1-3 Monate an. Selten sind Blutergüsse oder diskrete Kopfschmerzen, die aber immer nur einige Stunden nach der Injektion bestehen bleiben.

Unregelmäßige Augenbrauen

Kein Mensch hat genau symmetrische Augenbrauen. Vor einer Botox-Behandlung muß der Grad der Asymmetrie analysiert werden, dann kann bei der Behandlung darauf eingegangen werden.

Das geht tatsächlich, natürlich in begrenztem Umfang. Wenn wir vor dem Spiegel einmal ausprobieren, was passiert, wenn wir die Augen zusammenkneifen, werden wir sehen, dass sich die Augenbrauen nach unten ziehen. Wenn nun die Muskeln, die die Braue nach unten ziehen (die sog. „Brauen-Depressoren“), behandelt werden, überwiegt der Zug der Gegenmuskulatur, die die Brauen nach oben hebt. Durch diesen Trick kann die Augenbraue ca. 1 — 2 mm angehoben werden.

Der Muskel um das Auge herum, medizinisch 'Muskulus orbicularis oculi', ist ein Ringmuskel. Er kneift das Auge zusammen. Wird er also seitlich an seiner Arbeit gehindert, kann er dort nicht mehr so richtig fest zukneifen, das Auge „öffnet“ sich. Ein wunderschöner und erwünschter Effekt, der von vielen Patienten geliebt wird.

Wie immer hat Alles zwei Seiten: Bei Menschen, die ein schwaches Binde- und Stützgewebe haben, kann die Behandlung des Kneifmuskels dazu führen, dass das Auge zu weit aufgeht. Die seitliche Abstützung wird bei diesen Patienten auch durch den Muskel gewährleistet, so dass der Wegfall des Muskelzuges in einem Tiefertreten der Haut neben dem Auge resultiert: Das sieht dann aus wie Tränensäcke, weil die Haut unterhalb des Auges zu viel erscheint.

Blinzelfältchen, Krähenfüße

Diese Fältchen treten erst ab einem bestimmten Alter auf, je nach Elastizitätsverlust der Haut. Sie können also als Alterungszeichen gesehen werden, speziell für die Voralterung durch zu viel Sonnenbestrahlung, da diese die kollagenen Fasern schädigt. Junge Leute haben keine Krähenfüße, da die Haut noch zu elastisch ist und immer wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgeht. Diese Lachfältchen führen im Prinzip zu einem sympathischen Aussehen, wirken aber dennoch je nach Ausprägung sehr störend. Typischerweise beschweren sich die Patienten darüber, dass sich beim Lachen die Falten recht weit „nach hinten ziehen“. Wichtig zu wissen: Die Lachfalten „verschwinden“ nicht im eigentlichen Sinne, sondern werden verkürzt. Das heißt, dass man bei einer richtig durchgeführten Behandlung weniger Krähenfüße hat, aber immer den sympathischen Gesichtsausdruck beim Lachen behält.

Mit Botox sind nur die durch den Muskelzug bedingten Falten zu behandeln. Diese laufen radiär, also sternförmig vom äußeren Augenwinkel weg nach außen. Manchmal ziehen sich zusätzliche Fältchen auch von oben nach unten durch dieses Areal: Das sind die Schlaffalten. Sie werden durch das Liegen auf dem Kissen hervorgerufen. Man kann sich das überprüfen, wenn man die Handfläche seitlich auf das Gesicht legt und etwas nach vorne drückt (also so tut, als wenn man sich seitlich auf ein Kissen legen würde). Diese Falten sprechen nicht auf Botox an, im Gegenteil können sie sogar eventuell noch verschlimmert werden, weil man mit der Botox-Behandlung die muskuläre Stütze auch noch wegnimmt.

Tiefertreten des unteren Augenlides bei starker Überdosierung. Ganz selten und harmlos, aber ärgerlich sind Wasseransammlungen, sog. Ödeme, die bei einer entsprechender Veranlagung eine ganze Weile nach der Injektion bestehen können. Wahrscheinlich besteht bei diesen Patienten schon vorher eine geringe Überforderung des Lymphsystems, das für den Abtransport von Wasser im Gewebe zuständig ist. Die Botox-Behandlung führt dann wegen des Wegfall des Muskelzugs dazu, dass es nun vollends überfordert ist, sozusagen der Tropfen, der das volle Faß zum Überlaufen bringt. Hier muss man abwarten, nach ein paar Tagen, wenn man Pech hat auch Wochen, reguliert sich das Gewebe von selbst wieder ein. Wenn man also weiß, dass man unterhalb der Augen zu Schwellungen neigt, sollte man das bei der Behandlung berücksichtigen.

Bei total fehlerhafter Injektion von zuviel Medikament zu sehr Richtung Auge könnten auch die Muskeln getroffen werden, die den Augapfel hin- und her bewegen. Das könnte dann zu einem künstlichen Schielen führen.

Bei viel zu tief liegender Injektion am untersten Punkt mit einer zu hohen Dosis könnte der Muskel getroffen werden, der den Mundwinkel hebt, was zu einem Herabhängen des Mundwinkels führen könnte. Deshalb muss immer oberhalb des Wangenknochens injiziert werden.

Wichtig ist die Vermeidung von Überdosierung oder Injektion in die falsche Stelle. In der Nähe verläuft nämlich ein Muskel, der mit für die Hebung der Oberlippe verantwortlich ist und den wunderbar verschlängelten Namen 'Muskulus levator labii superioris alaeque nasi' trägt. Bei einer versehentlichen Injektion in diesen Muskel könnte es zu einem unschönen zeitweisen Herabhängen bzw. einer Verlängerung der Oberlippe auf der betroffenen Seite kommen.

Bei einer zu sehr in Richtung Unterlid zielenden falschen Injektion könnte das Unterlid teilweise herabsinken.

"Nasenfältchen"

Die kleinen, seitlich und oben neben dem Nasenrücken auftretenden Nasenfältchen werden auch als „Hexenfalten“ bezeichnet. Sie stören im Allgemeinen recht selten. Es kann allerdings sein, dass diese Fältchen nach der erfolgreichen Behandlung der Zornesfalten mehr auffallen. Das heißt nicht, dass sie durch die Behandlung schlimmer werden- immerhin hat die Behandlung der Zornesfalte mit der Nasenregion nichts zu tun-, sie fallen einfach mehr auf. In der Fachpresse wird dieses Phänomen auch als „Botulinumtoxin-sign“ (Botulinum-Zeichen) beschrieben: Der Bereich der Zornesfalte, also zwischen den mittleren Augenbrauen-Enden, bleibt bei forcierter Mimik glatt, während sich bei bestimmten Grimassen die mimische Muskulatur der Nase noch mitbewegt. Sehr schön ist für den Eingeweihten- und dazu zählen Sie ja jetzt!- das Beobachten von Musik-Videoclips und die Beobachtung, ob die Sängerin in Nahaufnahme des Gesichts das Botox-Zeichen hat oder nicht...

Eigentlich ist die Behandlung dieser Region sehr einfach, wenn man nur vorsichtig genug ist und eine ruhige und zarte Hand hat. Natürlich müssen versehentliche Überdosierungen vermieden werden.

Oberlippenfältchen

Diese auch als „Raucherfalten“ oder „Plissée-Falten“ bezeichneten radiären oberflächlichen Fältchen der Oberlippe treten praktisch immer bei Frauen auf. Rauchen und viel Sonne fördern das Auftreten natürlich, es gibt aber auch Frauen, die sie haben und nie eine Zigarette angefasst haben. Bei Männern kommen diese Falten so gut wie nie vor.

Wenn man die Lippen spitzt, also einen Kussmund macht, sieht man, wie sich die Lippen individuell verschieden in Falten legen. Dämpft man die Mundschluß-Muskulatur ein wenig, so kann der Muskel nicht mehr so kraftvoll ziehen und legt sich auch viel weniger in Falten.

Wenn man sich den Wirkmechanismus von Botulinum vor Augen hält, werden die Besonderheiten an der Lippe im Gegensatz zu anderen Regionen sofort klar: Botox entspannt die Muskulatur dosisabhängig genau dort, wo es gespritzt wird. Bei der Behandlung der Zornesfalte möchte man üblicherweise die Muskulatur möglichst komplett ruhigstellen, um den Mund herum möchte man die Muskulatur auf keinen Fall ganz ruhigstellen. Warum? Der Schließmuskel des Mund-/ Lippensystems ist verantwortlich für viele Dinge: Sprechen, Pfeifen, Essen und natürlich, um den Mund geschlossen zu halten. Wird diese Funktion zu sehr an irgendeiner Stelle gestört, so würde man den Mund nicht mehr richtig bewegen können. Die richtige — niedrige — Dosis ist also in diesem Areal besonders wichtig.

Auch bei korrekter Anwendung kann die Muskelaktivität so weit herabgesetzt sein, dass pfeifen, mit dem Strohhalm trinken, oder ein Blasinstrument spielen nicht mehr richtig geht. Auch das Festhalten von Zigaretten (!) kann gestört sein. Patienten haben jedenfalls schon begeistert darüber berichtet, dass diese Methode hervorragend zur Begleitung von Nikontin-Entzug verwendet werden könne, da man die Zigarette ohnehin nicht mehr richtig im Mund halten kann. Wer das nicht will, sollte auf die Behandlung sicherheitshalber vollständig verzichten.

Während bei der Behandlung anderer Areale die Falten oft ganz verschwinden, ist das für die sehr hartnäckigen Lippenfalten zuviel verlangt. Allerdings können sie recht gut gemildert werden.

Besonders gut eignet sich die Botox-Behandlung als zusätzliche Therapie in Kombination mit anderen Methoden. Wenn etwa eine Laserung oder eine Unterspritzung der Lippe geplant ist, kann die Botulinum-Behandlung am besten zwei Wochen vorher erfolgen: Die Behandlungsergebnisse sind danach, wie wissenschaftlich klar gezeigt werden konnte, viel besser als ohne Botox.

Der Mundschlussmuskel kann so stark in seiner Funktion behindert sein, dass sich der Mund z.B. beim „Oh“-Sagen asymmetrisch verzieht. Bei unsymmetrischer Behandlung könnte unsymmetrisches Lachen resultieren. Man kann nicht mehr mit dem Strohhalm trinken.

"Traurigkeitsfalten"

Am Mundwinkel seitlich unten graben sich im Laufe der Jahre bei einigen Menschen Linien ein, die vom Mundwinkel in Richtung Kinn laufen. Da der Mundwinkel meist etwas herabhängt, heissen diese Linien auch 'Traurigkeitsfalten' oder in Analogie zum Aussehen wie bei Marionetten-Puppen oder auch Nussknackern 'Marionetten-Linien'.

Diese Falten entstehen einerseits durch ein Schwinden des Unterhaut-Stützgewebes (siehe Kapitel: Unterspritzungen) und aundererseits durch den Muskelzug der Muskeln, die den Mundwinkel nach unten ziehen. Im Fachjargon heissen diese 'Mundwinkel-Depressoren-Muskeln', also übersetzt Mundwinkel-Herunterzieher. Der hauptsächliche Muskel läuft vom äußeren Mundwinkel zum Unterkiefer-Rand, wo der Muskel festgewachsen ist.

Man kann diesen Muskel, der auch Traurigkeitsmuskel an verschiedenen Stellen behandeln. Am sichersten ist es, ihn in der Nähe des Unterkiefer-Randes zu treffen, damit keine unbeabsichtigten Botox-Effekte in der unmittelbaren Umgebung des Mundes entstehen können.

Der Mundschlussmuskel kann so stark in seiner Funktion behindert sein, dass sich der Mund z.B. beim „Oh“-Sagen asymmetrisch verzieht. Bei unsymmetrischer Behandlung könnte unsymmetrisches Lachen resultieren.

Unterlippenfältchen

Im Prinzip gilt für die Unterlippen das Gleiche wie für die Oberlippe, nur dass hier noch geringere Dosen zu Nebenwirkung führen können. Auch hier muss der Behandler also besonders aufpassen und vorsichtig sein.

Hals

Im Alter treten bei einigen Patienten je nach Veranlagung, Hautelastizität, Grad des Schwundes des Unterhaut-Stützgewebes und gewohnheitsmäßigem Gebrauch bestimmter Halsmuskeln Querfalten oder längsorientierte Bänder am Hals auf. Patienten mit Längsbändern beschweren sich typischerweise über das 'Truthahn-ähnliche' Aussehen.

Eine zweite Gruppe von Patienten hat ein klassisches Face-Lift hinter sich; dabei kommt es manchmal vor, dass durch einen bestimmten Halsmuskel, das sog. Platysma, gebildete Längsbänder zurückbleiben. Das ist dann meist einseitig und stört dementsprechend.

Es gibt verschiedene Muskelgruppen am Hals. Die in der Tiefe gelegenen sind für den Halt des Kopfes verantwortlich, die oberflächlichste Muskel ist auch ein Mimikmuskel, das sog. Platysma. Dieser Muskel zieht vom Unterkiefer-Rand bis zu den Schlüsselbeinen und manchmal sogar darüber hinaus. Es gibt auch Autoren, die meinen, dass die Muskeln des Halses, die direkt unter der Haut liegen, insgesamt mit dafür verantwortlich sind, die Gesichtshaut nach unten zu ziehen und versprechen sich von der Botox-Behandlung deshalb einen Ansatz, um einen deutlichen Lifting-Effekt zu bekommen.

Leider sprechen nicht alle Halsfalten zuverlässig und effektiv auf eine Botox-Behandlung an. Bei Querfalten sind manchmal recht gute Erfolge zu verzeichnen, ebenso sprechen wirklich heraustretende Längsbänder sehr gut an. Wenn die Haut zu unelastisch ist, würde sie nach der Entspannung der Muskulatur nur noch mehr nach unten wandern; hier sollte ein chirurgisches Lifting angeraten werden. Bei zuviel Unterhautfett spricht eine Botox-Behandlung überhaupt nicht an, die Muskulatur macht allein einen zu schwachen Anteil an dem störenden „Doppelkinn“. Hier gibt es wunderbare Erfolge durch die schonende neue Methode der Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie mit Vibrations-Assistierter Liposuktion (siehe Fettabsaugung-Liposuktion. Ein Patientenratgeber. G. Sattler und B. Sommer, Mednova-Verlag Frankfurt).

In der vorderen Region des Halses muss besonders vorsichtig und in der richtigen Dosis gespritzt werden, da sich der Kehlkopf fast unmittelbar dahinter befindet. Bei einer starken Überdosierung könnte es demnach zu einer in der Tonhöhe veränderten Stimmlage, bei extremen Überdosierungen auch zu Schluckstörungen oder gar Halshebeschwäche kommen. Am besten ist es also, wenn dieses Areal in der Therapie ganz ausgelassen wird- dann kann auch in dieser Hinsicht nichts passieren.