Filler / Hyaluron(-säure): Hilfe & Information

Filler / Hyaluron: Überblick

Es gibt eine Reihe von Füllmaterialien zur Faltenbehandlung, die unter dem Begriff „Filler“, „Augmentationsmaterialien“ oder auch „Implantate“ in der Literatur beschrieben werden. In den letzten Jahren sind ständig neue Materialien hinzu gekommen. Wichtig ist, dass die verwendeten Präparate vom Körper gut vertragen werden.
Geeignet sind hier „biologische Filler“, d.h. im Körper natürlich vorkommende Stoffe. Da sich diese vom Körper selbstständig abbauen lassen(resorbieren), bezeichnet man sie auch als „nicht-permanente Filler“. Die Zeit, die der Körper zur Auflösung benötigt, ist Material abhängig und beträgt zwischen einigen Monaten bis zu einem Jahr.
Warum dauerhafte „permanente“ Filler weniger empfehlenswert sind, können Sie im Absatz "Was versteht man unter permanenten Fillern?" nachlesen.

Natürliche Lippenauffüllung mit Hyaluron

Schemazeichnung von Dr. Boris Sommer zur Anatomie und Lage der Filler

Die Lippe besteht im Innern aus dem 'Musculus orbicularis oris'. Dieser ist ein Schließmuskel, in den andere Muskelgruppen einstrahlen, die für die Mundöffnung zuständig sind.
Die üblichen Methoden der Injektionen parallel zum Lippenrand verhindern die segmentale Beweglichkeit der Lippen:
Eine strangförmige Injektion bedingt auch ein strangförmiges Aussehen, es resultiert ein strangförmiger 'Look and feel'.

Die von Dr Sommer entwickelte segmentale Injektionstechnik bedeute, dass Hyaluronsäure als ideales Füllmaterial für die Lippen direkt in die richtige Schicht des Lippenrots gemäß der anatomisch bestehenden Segmente der Lippe injiziert und durch Massage verteilt wird.

Dieses Vorgehen hat neben dem Verhindern des unnatürlichen "Wulst" oder "Stranglooks" weitere Vorteile:
Die Gefäße verlaufen an der Vorder- und Rückseite parallel zum Lippenrand. Deshalb ist bei einer Injektion in die Mitte der Lippe die Gefahr von Hämatomen besonders niedrig. Am Lippenrand und im Lippenrot sind Lippen am empfindlichsten – hier hat die Natur es so eingerichtet, dass Nahrung ertastet werden muss, Worte und Sprache gebildet werden können und das Küssen den meisten Spaß bringt. Diese Empfindlichkeit zeigt sich auch im Auftreten von Herpes labialis auch bei geringen Traumata in dieser Region bei disponierten Patienten. Die segmentale Injektionstechnik umgeht diesen Bereich komplett, sodass er nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Welche Filler sind empfehlenswert?

Hyaluronsäure

Abb.: Anwendungsgebiet Hyaluron
Abb.: Anwendungsgeb. natives Hyaluron

Hyaluronsäuren haben sich zum jetzigen Zeitpunkt als die sichersten und vielseitigsten Filler etabliert.
Hyaluronsäure ist eine Substanz, die im menschlichen Organismus und insbesondere der Haut in großen Mengen natürlich vorkommt. Sie wird für medizinische Zwecke heutzutage in der Regel gentechnisch hergestellt.
Hyaluronsäuren sind sehr lang etabliert in der Faltenbehandlung und haben sich als sicher und effizient erwiesen. Neuere Hyaluronsäuren haben gegenüber den früheren Produkten deutlich verlängerte Haltbarkeiten von bis zu einem Jahr und länger.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Formen von Hyaluronsäuren entwickelt, die sich vor allem durch ihren Vernetzungsgrad und die daraus resultierende „Dicke“ der einzelnen Partikel unterscheiden:
Während ganz reine, unvernetzte Hyaluronsäure eher für feinste oberflächliche Fältchen oder flächenhaft zu einer generellen Hautverjüngung verwendet wird (z.B. Juvederm Hydrate®, NCTF® ) werden die höhergradig vernetzten Hyaluronsäuren (z.B. die verschiedenen Produkte der Juvederm®- Palette oder Emervel®) für tiefere Falten empfohlen.

Sehr hoch vernetzte Produkte können mit speziellen Injektionstechniken zur Gesamtkonturierung des Gesichtes in tiefe Hautschichten eingebracht werden. So werden zum Beispiel beim „Volume-Lift“ die durch den natürlichen Schwund des Unterhautgewebes bedingten Altersveränderungen durch Wiederherstellung des jugendlichen Volumens gemildert.
Aufgrund der guten Verträglichkeit sind Hyaluronsäuren derzeit die am häufigsten eingesetzten Filler.
Und dann gibt es inzwischen Präparate mit „eingebauter“ Betäubung, d.h. schmerzlindernden Stoffen in der Hyaluronsäurespritze.
Deren bessere Verträglichkeit wurde in Studien, an denen u.a. auch unsere Praxis beteiligt war, getestet und stellt einen weiteren Meilenstein in der minimal-invasiven Gesichtsverjüngung dar.

Radiesse®

Auch das in Deutschland noch relativ neu auf dem Markt befindliche Radiesse® (Calcium-Hydroxylapatit) kann aufgrund seiner langen Haltbarkeit zu den semi-permanenten Fillern gezählt werden. Es handelt sich um ein sich sehr langsam auflösendes biokeramisches Material aus Calcium-Phosphat-Partikeln. Diese bilden nach der Injektion eine Art Gerüst, in das körpereigenes Gewebe infiltrieren kann, d.h. das Trägergel wird nach und nach durch Körpergewebe ersetzt. Vergleichbar der Polymilchsäure ist Radiesse® geeignet zur Auffüllung tiefer Falten oder ausgedehnter eingesunkener Areale oder gezielt zur Aufpolsterung und Konturierung  zum Beispiel von Kinn und Wangen. Auch hier ist für den Behandlungserfolg die richtige Injektionstechnik wichtig.

Polymilchsäure

Abb: Anwendungsge. Polylaktat (Sculptra)

Die im menschlichen Organismus überall natürlicherweise vorkommende Polymilchsäure (Polylaktat)  kann inzwischen synthetisch hergestellt werden (Sculptra®). Nach einer Injektion besteht ein initialer Fülleffekt durch die Substanz und das Lösungsmittel. In einer zweiten Phase wird dann eine Kollagenbildung im Gewebe ausgelöst. Dies bewirkt eine lange Haltbarkeit des Effektes. Dieser hat dazu geführt, die Substanz auch als semi-permanenten (übersetzt halb- dauerhaften) Filler zu bezeichnen.

Die Substanz eignet sich besonders für die sog. 'Nasolabialfalte' (Falte von der Nase zum Mundwinkel) und zur Anhebung der Mundwinkel. Da größere Mengen in einer Sitzung unbedenklich angewendet werden können, ist auch eine großflächige Auffüllung, z.B. bei eingesunkenen Wangen möglich.

Als neuere Indikationen sind auch das 'liquid lifting' bei erschlafften Oberarmen sowie im Hals und Decolleté – Bereich hinzugekommen.

Üblicherweise erfolgt die Behandlung in zwei Sitzungen im Abstand von 1-2 Monaten, danach hält der erzielte Effekt zwischen einem halben und einem Jahr an. Gerade bei Polymilchsäure ist eine genaue Platzierung der Substanz in die richtige Hautschicht wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Überempfindlichkeitsreaktionen mit Knötchenbildung sind möglich.

Gerade bei Polymilchsäure ist eine genaue Platzierung der Substanz in die richtige Hautschicht wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen bedarf es einer genauen Indikationsstellung und eines erfahrene Anwenders.

Eigenfett

Abb.: Anwendungsgebiete Eigenfett

Eigenfett ist —wie der Name schon impliziert- ein körpereigener Filler. Eigenfett eignet sich besonders zur großzügigen Volumenauffüllung von eingefallen wirkenden Wangenbefunden oder Augenringen. Aber auch mittlere und größere Mimikfalten können mit Eigenfett direkt aufgefüllt werden. Als körpereigenes Material spielen Unverträglichkeitsreaktionen hier natürlich keine Rolle. Nach zwei bis drei Injektionen initial hält der Behandlungseffekt in der Regel mehrere Jahre.

Gewonnen wird das Eigenfett beispielsweise in einem kleinen ambulanten Eingriff mit örtlicher Betäubung aus einer zuvor festgelegten Körperzone. Dieses Verfahren nennt man Lipotransfer, was bedeutet, dass Eigenfett entnommen und an eine andere Stelle wieder injiziert wird. Wichtig ist hier, dass auf eine symmetrische, den Körperformen angepasste Entnahme geachtet wird, da sonst unschöne Dellen entstehen können.
Ein anderes Verfahren ist das sogenannte Liporecycling, das von Dr. Sommer maßgeblich mitentwickelt wurde. Hier erfolgt in einem größeren Rahmen eine Eigenfettgewinnung durch Fettabsaugung (Liposuktion) störender Fettpolster. Das auf diesem Wege gewonnene körpereigene Fett wird entsprechend aufbereitet und direkt zur Faltenunterspritzung genutzt oder eingefroren und auf diese Weise für einen späteren Zeitpunkt aufgehoben. Eigenfett ist eingefroren bis zu 2 Jahren haltbar.

Fille / Hyaluron FAQ

Autologe Materialien haben den Vorteil, dass sie sehr gut vertragen werden und keine Allergien auslösen, da der Körper die Bestandteile ja bestens kennt. Daher sind auch keine Vortestungen nötig. Das bekannteste und sehr bewährte autologe Material, das bisher verwendet wurde, ist Eigenfett. Der Nachteil ist der zur Materialgewinnung nötige Aufwand (Fettgewinnung bzw. Blutentnahme und Aufbereitung). Unterschiedlich ist die Haltbarkeit des Ergebnisses bei autologen Materialien. Hier scheinen große individuelle Unterschiede bei den Patienten hinsichtlich der Geschwindigkeit des Abbaus zu bestehen.

Durch andauernde bewusste oder auch unbewusste Anspannung von bestimmten mimischen Muskeln kann sich das Gesicht, besonders die Stirnregion und Augenpartie verkrampfen. Typische Falten, die so entstehen, sind die "Sorgenfalten" und die "Zornesfalten" an der Stirn und Lachfältchen ('Krähenfüsse') an den Augen.
Das Medikament Botulinum ist ein 'Verspannungsblocker', der die Übertragung des Befehles vom Nerv auf den Muskel selbst für ca. 3 - 5 Monate blockiert. Es wird aus dem Bakterium Clostridium botulinum biotechnologisch unter scharfen Sicherheitsbestimmungen gewonnen. Botulinum wird in präziser, sehr verdünnter Dosierung in die zu behandelnde Region gespritzt. Bis auf wenige, sehr kleine Einstiche, die noch für ein paar Minuten zu sehen sind, hinterlässt die Behandlung keine Spuren. Die Wirkung setzt nach 2 - 7 Tagen ein. Ausführliche Information zu Botulinum enthält die Patienteninformation Botulinum.

Beim Älterwerden graben sich nicht nur einzelne Falten tiefer in die Haut. Das gesamte Unterhautgewebe nimmt ab, Wangen- und Mundpartie sacken ein und das Gesicht verliert zunehmend die jugendlichen Konturen.
Diese Veränderungen können durch eine reine Behandlung von Falten oder sogar ein Straffen der Haut nicht korrigiert werden.
Was fehlt, ist das jugendliche Volumen: vergleichen Sie einmal selber Ihre Bilder Anfang 20.
Bei den meisten von uns schwindet mit dem Älterwerden die Fülle. Und das lässt uns dann müde, älter und manchmal sogar traurig aussehen.

Und hier setzt die Dreidimensionale Volumentherapie an:
Durch gezielte Gabe von haltbaren, stabilen Hyaluronsäuren lassen sich diese Partien wieder Aufpolstern. Das Volumen „liftet“ diese Region.

Hierzu ist eine spezielle Injektionstechnik nötig, die Dr. Sommer als einer der ersten deutschen Therapeuten in Frankreich gelernt hat und inzwischen in Kursen anderen Kollegen beibringt.

Permanente Filler haben einen dauerhaften, eben permanenten Effekt. Dieser beruht darauf, dass sie Stoffe enthalten, wie beispielsweise Acrylperlchen, die der Körper nicht abbauen kann. Es wird also ein Fremdmaterial implantiert, das im Körper verbleibt! Auf den ersten Blick erscheint diese dauerhafte Wirkung natürlich sehr verlockend. Nicht unbedenklich sind jedoch entscheidende Nachteile:

Zum einen treten relativ häufig Nebenwirkungen wie Allergie-Entwicklung und Verlagerung der flüssigen Materialien auf. Da die Stoffe ja nicht abgebaut werden, können diese unerwünschten Effekte nur durch mühsames Herausoperieren der Substanz beendet werden, was nicht immer möglich ist.
Zum anderen nimmt mit dem Alter auch allmählich das gesamte Unterhautfettgewebe ab. Das bedeutet, dass auch trotz guter Materialverträglichkeit, ein über Jahre anhaltender effekt negative Folgen haben. So kann es sein, dass sich nach einigen Jahren das permanente Implantat als unnatürlich wirkender Strang über dem insgesamt zurückgewichenen Hautniveau abhebt, ein sogenannter Schneeschmelzeneffekt.

Aufgrund der dargestellten Probleme folgen die Sommerclinics der Empfehlung zahlreicher Fachgesellschaften und behandelt nicht mit flüssigen permanenten Fillern!