Liposuktion / Fettabsaugung - Das Wichtigste auf einen Blick

Liposuktion FAQ der Sommerclinics Frankfurt

Fettabsaugung FAQ

Der Wunsch, überflüssige Fettpolster durch operative Eingriffe zu beseitigen, ist nicht neu: bereits in der Antike wurden derartige Eingriffe durchgeführt. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurde dabei störendes Fettgewebe über riesige Schnitte entfernt. Dieses Vorgehen war nicht nur mit einem enormen operativen Risiko durch hohe Blutverluste und andere Komplikationen belastet, sondern führte auch zu ästhetisch äußerst unbefriedigenden Resultaten.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begannen dann erste Versuche, Fett mit Küretten oder Saugern zu entfernen. Dadurch sollten dem Patienten die großen Schnitte erspart bleiben. Den wirklichen Startschuss zur modernen Geschichte der Fettabsaugung gaben dann zwei Italiener in den 70ger Jahren des 20. Jahrhunderts. Unzählige Verbesserungen der Betäubungs- und Operationstechnik sowie des Instrumentariums fanden in den letzten 30 Jahren statt. Es konnten hierdurch nicht nur die Ergebnisse des Eingriffes optimiert, sondern auch ein extrem hoher Sicherheitsstandard erreicht werden. Heutzutage ist die Liposuktion der weltweit am häufigsten durchgeführte ästhetisch-operative Eingriff.

Im Folgenden werden die am häufigsten gestellten Fragen beantwortet. Wer sich ausführlicher zu dem Thema Liposuktion informieren möchte, kann dies z.B. in dem Buch : „Liposuktion- Wege zu einem schönen Körper“, Herausgeber Gerhard Sattler und Boris Sommer, mednova Verlag (ISBN 3-9808510-0-1) tun. Für Fachkollegen: „Lehrbuch der Liposuktion“, Herausgeber Gerhard Sattler, Boris Sommer CW Hanke, Thieme Verlag 2003,(ISBN 3-13-138141-8), Frankfurt.

Diät und Sport sind ideale Maßnahmen, um das Gesamtkörpergewicht zu regulieren und fit zu bleiben. Aber auch mit dem konsequentesten Trainings- und Ernährungsprogramm gelingt es häufig nicht, die Idealfigur zu erreichen. Das liegt an der genetischen Fixierung bestimmter Fettdepots. Die Fettzellen unseres Körpers sind je nach Geschlecht und Region mit unterschiedlichen Oberflächenrezeptoren und Eigenschaften ausgestattet und reagieren daher auf Diät und Sport unterschiedlich.

Bei Frauen erweisen sich zum Beispiel häufig die Fettpolster an Hüften und Oberschenkel als diäteresistent. Die Fettzellen in diesen Regionen „wehren“ sich gegen das Abnehmen, da dieses Fett als „Notreserve“ vor allem auch für den Nachwuchs gedacht ist („Stillfett“). So kommt es, dass man an Stellen abnimmt, an denen man gar nicht abnehmen möchte, die eigentlich störenden Fettpolster bleiben aber stehen.

Die Liposuktion hingegen führt nicht zu einem Gewichtsverlust, sondern entfernt gezielt genau die störenden Fettpolster, die sich Diäten und Sport hartnäckig widersetzen. Ziel der Liposuktion ist daher die bleibende Korrektur der Proportionen. Man spricht daher heute auch oft neudeutsch vom „Body contouring“: Nach einer gelungenen Liposuktion stimmen die Proportionen, man macht buchstäblich eine gute Figur.

Ja. Zunächst einmal gibt es verschiedene Arten der Betäubung. Eine Fettabsaugung kann in Vollnarkose mit stationärem Aufenthalt oder in örtlicher Betäubung als ambulante Behandlung durchgeführt werden. Das Betäubungsverfahren für die örtliche Betäubung wurde eigens für die Fettabsaugung entwickelt; es heißt Tumeszenz-Lokalanästhesie. Dabei wird in Trägerlösung verdünntes Betäubungsmittel direkt in die Areale eingespritzt, die abgesaugt werden sollen. Dadurch wird nicht nur die für den Eingriff erforderliche Betäubung erreicht, sondern das Fettgewebe durch ein langsames Aufweichen optimal für die Absaugung vorbereitet.

Die Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie gilt bei den führenden amerikanischen und europäischen Fachgesellschaften derzeit als das sicherste und beste Verfahren.

Sie wird weltweit am häufigsten durchgeführt, derzeit liegen die Zahlen bei ca. 400.000 Fettabsaugungen pro Jahr.

Als besonders schonend hat sich in den letzten Jahren die Kombination der Tumeszenztechnik mit vibrierenden Absaugkanülen erwiesen, die das aufgeweichte Fettgewebe aus den Bindegewebsfasern „rütteln“. Für dieses Verfahren gibt es verschiedene Bezeichnungen. Dr. Sommer wendete es als einer der Ersten in Deutschland in seiner Praxis in Frankfurt an und prägte den Namen der vibrationsassistierten Liposuktion (VAL).

Ganz sanft und noch recht neu ist die Laserlipolyse. Diese kann für bestimmte Regionen eine Behandlungsoptimierung bedeuten.

Die Fettabsaugung in Tumeszenztechnik hat sich gegenüber anderen Verfahren durchgesetzt, da sie eine ganze Reihe von Vorteilen bietet:

  • Dem Patienten wird eine Vollnarkse mit den damit verbundenen Voruntersuchungen (wie z.B. Röntgen des Brustkorbes) und Risiken erspart.
  • Der wache Patient kann und soll während des Eingriffes kooperieren. Als entscheidend für ein perfektes Ergebnis hat sich unter anderem die Umlagerung des Patienten während des Eingriffs (um Areale von verschiedenen Winkeln aus absaugen zu können) sowie das aktive Anspannen von unterliegenden Muskelgruppen erwiesen. Auch sind Kontrollen des bereits erreichten Resultates bei aktiv angespannter Muskulatur gerade gegen Ende des Absaugvorganges sinnvoll, um hier noch feine Korrekturen durchführen zu können.
  • Der Absaugvorgang wird durch das Einwirken der Tumeszenz-Betäubungslösung vereinfacht, da die Lösung ein Aufweichen des Fettgewebes bewirkt. Hierdurch kann mit sehr viel dünneren Kanülen gleichmäßig abgesaugt werden.
  • Bessere Abheilung: Durch die dünnen Kanülen wird auch der Bindegewebsapparat des Fettgewebes erhalten, der entscheidend zur Retraktion (Zurückziehen) der Haut in der Abheilungsphase und damit besseren Ergebnissen beiträgt.
  • Weitere Vorteile sind geringere Blutverluste während des Absaugens sowie geringere Blutergüsse danach durch Schonung der Blutgefäße. Auch die Lymphgefäße werden weniger verletzt.

Derzeit gilt das Verfahren der Tumeszenz-Lokalanästhesie als das schonendste und wird weltweit von den führenden Fachgruppen als Methode der Wahl favorisiert.

Dr. Sommer (Goethestraße 26-28, Frankfurt am Main) ist Mitherausgeber des einzigen deutschsprachigen Lehrbuchs zu diesem Verfahren: Boris Sommer, Gerhard Sattler, CW Hanke:“Tumeszenz-Lokalanästhesie“ Springer Verlag (ISBN 3-540-64573-x). Der Titel der englischsprachigen Übersetzung ist „Tumescent Local Anesthesia“ (ISBN 3-540-66544-7)

Auch im Deutschen Ärzteblatt, der offiziellen Zeitschrift der Bundesärztekammer, wurde über die Tumeszenz von uns berichtet: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/lit.asp?id=26237

Das Beratungsgespräch

In einem ausführlichen einstündigen Vorgespräch wird zunächst einmal festgestellt, inwieweit eine Fettabsaugung für den Patienten sinnvoll ist und mit welchem Resultat zu rechnen ist.

In dem Gespräch wird der Patient weiterhin über die Methode und den postoperativen Verlauf aufgeklärt und hat ausgiebig Gelegenheit, Fragen zu stellen, das Verfahren zu begreifen und gemeinsam mit dem Arzt einen individuellen  Behandlungsplan zu entwickeln.

Je nach Befund müssen auch mehrere Sitzungen eingeplant werden.

Der Eingriff

Am Eingriffstag wird das Operationsgebiet eingezeichnet und dann mit der örtlichen Betäubung begonnen: Über sehr dünne Nadeln wird mit einer Pumpe die Betäubungslösung in das abzusaugende Fettgewebe eingebracht.

Das so betäubte und vorbereitete Fett kann dann mit dünnen Kanülen über ca 3 mm große Einstiche abgesaugt werden. Der gesamte Eingriff dauert ca. 3-4  Stunden. Anschließend wird der Patient schön eingepackt: ein zuvor angepasstes Kompressionsmieder wird mit saugfähigen Kompressen gepolstert. Das ist nötig, da in den ersten ein bis zwei Tagen durch die mit Klammerpflastern verschlossenen Einstiche noch Reste der Betäubungslösung austreten können. Das ist zwar ein bisschen unangenehm, aber erwünscht: die austretende Flüssigkeit schwemmt geronnenes Blut aus und hilft, den Eintritt von Keimen zu verhindern.

Nach dem Eingriff

Der Patient kann sich anschließend abholen lassen und nach Hause gehen bzw. bei weiterer Anreise organsieren wir für die Patienten eine Übernachtungsmöglichkeit, wenn gewünscht. Nach einem Tag erfolgt die erste Kontrolluntersuchung und Verbandswechsel.

Nach spätestens zwei Tagen sind keine Kompressen mehr nötig, das Tragen des Kompressionsmieders wird jedoch noch für eine Weile empfohlen.

Das ist abhängig von der Größe des Eingriffs. Bei Durchführung in Tumeszenz-Lokalanästhesie kann und soll der Patient direkt nach dem Eingriff schon wieder umherlaufen. Die Wirkung der Betäubung lässt nach ungefähr sechs bis acht Stunden nach. Dann können im abgesaugten Areal muskelkaterartige Schmerzen auftreten gegen die man bei Bedarf ein leichtes Schmerzmittel einnehmen kann.

Menschen mit körperlich wenig anstrengender Tätigkeit können nach einer kleinen Liposuktion theoretisch auch schon am Tag nach der Fettabsaugung wieder ihren Tätigkeiten nachgehen. Generell kann man aber sagen, dass eine körperliche Schonung für zwei bis vier Tage sinnvoll ist. In diesen Tagen soll man lieber laufen und liegen als stehen und sitzen.

Sport kann danach nach Wunsch und Gefühl durchgeführt werden, anfangs sollte aber das Kompressionmieder noch getragen werden. Um ein bräunliche Verfärbung der kleinen Einstiche zu verhindern, sollte man Sonne bis zu deren Abheilen und dem endgültigen Verschwinden von Blutergüssen meiden. Sauna ist nach vier Wochen wieder erlaubt.

In den ersten 2 bis 3 Wochen sind oft noch Blutergüsse sichtbar. Die kleinen Einstiche heilen innerhalb dieser Zeit auch ab, sehen dann noch aus wie kleine Mückenstiche und sind nach einigen Monaten meist ganz verschwunden.

Anfangs kann auch noch ebenfalls für einige Wochen eine leichte Schwellung bestehen.

Der gesamte Heilungsprozess „unter der Haut“ dauert tatsächlich Monate. In dieser Zeit stabilisiert sich das Gewebe und erreicht seine endgültige neue Form. Daher sollte man nicht zu früh eventuelle Korrektureingriffe planen.

Obwohl es von der Regenbogenpresse oft anders dargestellt wird:
Fettabsaugung ist die Schönheitsoperation mit der niedrigsten Komplikationsrate überhaupt. Eine Auswertung unter den Mitgliedern der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland e.V. (GÄCD) hat ergeben, dass es bei den 21.400 durchgeführten Fettabsaugungen im Jahr 2004 lediglich 0,2 Prozent Komplikationsfälle ohne schwerwiegende gesundheitliche Folgen gab.

Prinzipiell kann man zwischen medizinischen Komplikationen (also Auftreten gesundheitlicher Störungen) und kosmetisch — ästhetischen Komplikationen bei unbefriedigenden Ergebnissen unterscheiden.

Die häufigste medizinische Komplikation ist harmlos: es handelt sich um Blutergüsse. Durch Anwendung von Salben kann deren Resorption beschleunigt werden. Durch Irritation kleiner Hautnerven kann sich die Haut über dem abgesaugten Areal vorübergehend taub anfühlen. Innerhalb weniger Wochen kehrt das normale Gefühl aber wieder zurück.

Eine bedrohlichere Komplikation, die aber bei Fettabsaugungen in Tumeszenz-Lokalanästhesie selten ist, ist das Auftreten von Thrombosen. Um die Patienten hiervor zu schützen, kann bei Bedarf mit kleinen Spritzen eine Blutverdünnung für die ersten Tage nach dem Eingriff durchgeführt werden. Ebenso empfiehlt sich die prophylaktische Gabe eines Antibiotikums für einige Tage, um das Auftreten von Infektionen zu verhindern.

Über weitere, seltene Komplikationen werden Sie im Rahmen des Aufklärungsgespräches informiert, in dem auch nach persönlichen Risikofaktoren, die zu beachten sind, gezielt gefahndet wird.

Kosmetisch-ästhetische Komplikationen wie das Auftreten von Unregelmäßigkeiten oder anderweitig unbefriedigenden Resultaten sind bei einem erfahrenen Operateur und Anwendung moderner Operationstechniken selten. Sollten trotzdem einmal für Patient und Behandler unbefriedigende Ergebnisse auftreten, gibt es heute eine Reihe von Korrekturverfahren. Unter dem Begriff des „LipoRepair“ hat Herr Dr. Sommer hierzu ein spezielles Behandlungskonzept entwickelt.

Nein, Fettzellen werden in der Kindheit angelegt, eine Neubildung findet beim Erwachsenen so gut wie nicht statt. Verblieben Fettzellen können allerdings ihr Volumen bis zu einem gewissen Grad vergrößern. Da nie alle Fettzellen an einer Stelle entfernt werden (für ein harmonisches Resultat muss eine dünne Fettschicht zwischen Haut und Muskel stehen bleiben), kann man daher in beschränktem Umfang bei entsprechender Nahrungszufuhr wieder etwas zunehmen. Werden nach der Liposuktion mehr Kalorien zugeführt als der Körper benötigt, können bei einigen Patienten andere Körperteile, die zuvor nicht dazu neigten, dicker werden, denn das überschüssige Fett muss natürlich untergebracht werden.

Sinnvoll ist es daher bei Patienten, die zu Übergewicht neigen, die Liposuktion in ein Gesamtkonzept mit entsprechender Ernährung einzubinden (s. hierzu auch Abschnitt "Was kann die Liposuktionschirurgie leisten?")

Bei Fettabsaugungen in Tumeszenztechnik und mit Vibrationstechnik zieht sich die Haut durch das erhaltene Bindegewebe im Rahmen des Heilungsprozesses zurück.

Inwieweit das möglich ist, ist allerdings neben der Operationstechnik auch vom individuellen Hautzustand und der Größe des abgesaugten Fettpolsters abhängig: Bei Patienten mit sehr weicher Haut und schwachem Bindegewebe ist nicht mit einer so guten Hautretraktion zu rechnen wie bei Patienten mit straffen Geweben.

Ein erfahrener Operateur kann diesbezüglich aber bereits vor dem Eingriff eine realistische Prognose stellen und den jeweiligen Ausgangsbefund beim Festlegen des operativen Vorgehens entsprechend berücksichtigen.

Prinzipiell kann heutzutage überall dort abgesaugt werden, wo Fettgewebe subkutan (also unter der Haut) lokalisiert ist, von den Wangen bis zu den Knöcheln. Dabei haben sich früher als schwierig geltende Regionen durch Optimierung der Operationstechnik inzwischen als gute Indikationen erwiesen, z.B. die Gesäßregion.

Auch neue Indikationen wie das Lipolymphödem kamen hinzu.

Manchmal liegen die Fettdepots allerdings nicht direkt unter der Haut, z.B. im Bauchbereich bei Männern. Vor jedem Eingriff muss daher geklärt werden, ob das störende Fett einer Absaugung zugänglich ist.

Die Fettabsaugung ist keine Wunderwaffe gegen Übergewicht. Ihre eigentliche Domäne stellt die Beseitigung umschriebener Fettdepots, die das Gesamterscheinungsbild stören, dar. Daher wird heutzutage auch oft der Begriff des „bodycontouring“ verwendet. Auch wenn die Fettabsaugung daher nicht als Verschlankungsverfahren für generell übergewichtige Menschen geeignet ist, können auch dickere Menschen von einer Fettabsaugung profitieren: Durch gezielt Beseitigung der am meisten störenden Stellen kommt es oft zu einem neuen Motivationsschub und einem positiveren Körpergefühl. Dies kann zur dauerhaften Änderung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und damit auch zur generellen Gewichtsabnahme führen.