Botox / Botulinum - Ratgeber & Hilfe

Botulinum Informationsportal der Sommerclinics Frankfurt

Botulinum - Das Wichtigste auf einen Blick

Der oft gebrauchte Begriff „Botox“ ist eigentlich ein Präparatename. Das heutzutage als Medikament zugelassene Botulinumprotein ist durch Herstellung, Reinheit und Dosierung nicht mehr mit dem „Gift“ der Entdeckertage zu vergleichen.

Daher spricht man in Deutschland bei dem als Medikament bei zahlreichen Indikationen in Neurologie, Urologie und Ophthalmologie zugelassenen Protein seit einiger Zeit bevorzugt von Botulinum.

Botulinum wurde 2006 erstmalig in Deutschland zur Faltenbehandlung zugelassen, in anderen klinischen Anwendungsgebieten besteht in Deutschland eine Zulassung bereits seit 1993. Inzwischen sind drei zugelassene Produkte von renommierten Herstellern in Deutschland auf dem Markt.

Für diese gilt, dass als Grundlage für ihre Zulassung eine Vielzahl an Studien, die die Sicherheit des Wirkstoffes belegen, durchgeführt wurden.

Zu den Botox FAQ

Hautverjüngung mit Botox: Behandlungszonen

Dr. Boris Sommer zum Thema Botox gegen Migräne

Dr. Boris Sommer verspricht Besserung. Er therapiert seit Jahren mit Botox Migräne. Die Schmerzen entstehen durch angespannte Muskeln im Nacken und Gesichtsbereich, die durch das Nervengift entspannt werden.
Damit auch die richtigen Punkte behandelt werden, müssen die angespannten Schmerzstellen vorbestimmt werden. Erst dann kann das Botox zum Einsatz kommen, dass vielen Patienten hilft.

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Botox FAQ

Botox (Botulinumtoxin) ist ein in der Natur vom Bakterium Clostridium botulinum gebildetes Eiweiß. Das Botulinum für klinische Anwendungen wird heutzutage gentechnologisch gewonnen. Im menschlichen Körper blockiert es die Freisetzung des Botenstoffes, der für Muskelkontraktionen verantwortlich ist und kann so eine dosisabhängige Muskelentspannung bis -lähmung bewirken. Wie bei fast allen Medikamenten können hohe Dosen giftig sein, bei Einsatz zur Faltenkorrektur können jedoch durch die verwendeten starken Verdünnungen und die Art der Anwendung keine Vergiftungserscheinungen auftreten.

Durch ständige Aktivität der mimischen Muskeln können sich im Laufe des Lebens in der darüber liegenden Haut Falten eingraben, zum Beispiel Zornesfalten über der Nase, Stirnfalten oder Lachfalten an den Augenwinkeln (als Krähenfüsse bekannt).

Da Botox die Muskelkontraktion durch Blockade des hierfür nötigen Botenstoffes hemmen kann, führen Botulinuminjektionen in die betreffende Muskulatur zu einer dosisabhängigen Entspannung. Als Folge der Muskelentspannung glätten sich auch die Falten oder verschwinden vollständig, wenn sie noch nicht allzu tief eingegraben waren.

Aufgrund seines Wirkmechanismus (Muskelentspannung) wirkt Botulinum besonders gut bei Falten, die durch häufigen, meist unbewussten Muskelzug entstehen wie zum Beispiel Stirnfalten (Entstehen oft beim konzentrierten Gucken) oder auch durch Mimik bedingte Falten (Lachfalten).

Der klassische Anwendungsbereich für Botulinum sind Falten des oberen Gesichtsdrittels, also um die Augen und auf der Stirn.

Botulinum kann aber auch störende Falten seitlich des Nasenrückens (im englischen „bunny lines“ genannt) oder kopfsteinpflasterartige Grübchen am Kinn glätten.

Neuere Anwendungsbereiche sind stark hervortretende Muskelstränge am Hals, die vorsichtige Behandlung der Nasolabialfalte und die Anhebung der Augenbraue ("open eye look").

Abb.: Die besten Anwendungsgebiete für Botox
Abb.: Botox-Anwendungsgebiete für Fortgeschrittene

Zunächst einmal legen Patient und Arzt gemeinsam fest, welche Region und wie stark behandelt werden soll.

Die Injektion erfolgt mit genau geeichten Spritzen und sehr dünnen Nadeln. Die Injektion ist praktisch schmerzfrei.

Damit sich keine kleinen Blutergüsse an den Einstichstellen bilden, wird danach noch für einige Minuten „komprimiert“ (d.h. fest auf diese Stellen mit einem Tupfer gedrückt) und eventuell ein bisschen gekühlt.

Ja. Das einzige, was man nach einer Botulinuminjektion sieht, können die kleinen Einstichstellen und selten kleinste Blutergüsse sein, falls feine Hautgefäße verletzt wurden. Diese Veränderungen können auf Wunsch problemlos überschminkt werden und sind spätestens nach wenigen Tagen komplett verschwunden.

In den meisten Fällen tritt der Behandlungseffekt nach 48 — 72 Stunden auf, der maximale Effekt wird nach 1 — 2 Wochen erreicht. Selten kann es bis zum Einsetzen der Wirkung auch länger dauern. Die Blockade an der Übertragungsstelle zwischen Nerv und Muskel hält in der Regel 4 — 6 Monate. Dann haben sich die durch Botulinum bedingten Veränderungen wieder zurückgebildet. Entsprechend lang bleibt auch das faltenglättende Resultat der Injektion bestehen. Falls erwünscht, kann die Behandlung wiederholt werden.

Häufig befürchten Patienten, dass ihr Gesicht nach einer Behandlung mit Botox nicht nur glatter, sondern starr und unnatürlich erscheint.

Diese Befürchtung ist unbegründet, da durch vorsichtige Dosierung immer nur ein kleiner Teil der Muskulatur vorübergehend ausgeschaltet wird. Das Gesicht ist dadurch einfach entspannter und wirkt oft freundlicher. Trotzdem kann man aber zum Beispiel noch erstaunt gucken, nur ohne Falten (das geht!!).

Die Injektion von Botulinum ist bei Konsultation eines erfahrenen Behandler eine sehr sichere und gut verträgliche Methode zur sanften Faltenglättung.

Als Folge der Injektion kann es zu kleinen Blutergüssen oder Schwellungen kommen. Vorübergehendes Unwohlsein, Müdigkeit oder Kopfschmerzen wurden beschrieben (es gibt aber auch viele Fälle, in denen sich Kopfschmerzen bessern). Extrem selten kommt es zu allergischen Reaktionen, Juckreiz oder Hautausschlag.

Um seltene, unangenehmere Komplikationen (vorübergehendes Herabhängen von Augenbraue oder Oberlid, kurzfristige Sehstörungen) zu vermeiden, sollte die Injektion von einem erfahrenen, gut ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.

Insgesamt sind alle Nebenwirkungen so wie die Wirkung von Botulinum, zeitlich beschränkt.

Manchmal wird vor der Anwendung von Botulinum zur Faltenkorrektur gewarnt mit der Begründung, dass keine ausreichenden Erfahrungen über langfristige Therapiewirkungen vorliegen.

Das stimmt so aber nicht.

Obwohl die Behandlung von Falten eine relativ neue Indikation für Botulinum darstellt, wird es immerhin schon seit 1989 hierzu eingesetzt, ohne das je Hinweise für langfristige Nebenwirkungen auftraten.

Viel länger (nämlich fast vierzig Jahre) und in viel höheren Dosen wird es bereits zur Behandlung krankhafter Muskelverkrampfungen (Spasmen) eingesetzt. Aus diesen Erfahrungen weiß man, dass Botulinum keine langfristigen Nebenwirkungen hervorruft. Mikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass nach dem Abklingen der Wirkung keine bleibenden Veränderungen an den Nerven oder Muskeln resultieren, alles sieht wieder aus wie zuvor.

Botulinumtoxin ist ein sehr wirksames und dadurch auch potentiell gefährliches Gift.

Eine Vergiftung ist aber, wie bei allen Stoffen, vom Verabreichungsweg und der Dosis abhängig.

Das Bild einer Vergiftung mit Botulinumtoxin, der sogenannte Botulismus, wird bei Aufnahme größerer Mengen in den Organismus (zum Beispiel bei Lebensmittelvergiftungen) beobachtet.

Da das bei der kosmetischen Anwendung verwendete Botulinum unter strengsten Kontrollen hergestellt und gereinigt wird, und nur kleinste Mengen in umschriebene Muskelareale gespritzt werden und dort vor Ort gebunden werden (also gar nicht in den Kreislauf und Gesamtorganismus gelangen), kann eine Vergiftung hierbei nicht auftreten.

Für die kosmetische Anwendung wurde bisher kein Nachlassen der Wirkung bei wiederholten Anwendungen beschrieben. Mikroskopische Untersuchungen konnten zeigen, dass sich die durch Botulinum bedingten Veränderungen nach einigen Monaten komplett zurückbilden.

Daher müssen keine Nebenwirkungen bei wiederholter Anwendung befürchtet werden.

Nein. Wie oben dargestellt, wirkt Botulinum nur vorübergehend. Nach Beendigung der Wirkung ist weder vom Wirkstoff noch von seinen Effekten an den Nerven etwas nachzuweisen. Da ein ruhig gestellter Muskel aber meist etwas schwächer wird (denken Sie an einen geschienten Arm im Gips) wird oft eher weniger Wirkstoff benötigt, um bei regelmäßigen Anwendungen den gleichen muskelentspannenden Effekt zu erreichen.

Aus Sicherheitsgründen wird von einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten.

Bei bekannten mit Muskelschwäche einhergehenden Grunderkrankungen (zum Beispiel der Myasthenia gravis) oder Blutgerinnungsstörungen sollte ebenfalls nicht mit Botulinum behandelt werden.

Botox Behandlungszonen

Sie signalisieren Wut, Zorn, Sorge, manchmal Ängstlichkeit - alles negative Emotionen. „Schau doch nicht immer so böse“ ist die häufige Reaktion der Umgebung. Die „Zornesfalten“ sind heutzutage eigentlich Konzentrationsfalten: Falten zwischen den Augenbrauen. Sie werden durch den ständigen Zug der Muskeln hervorgerufen, die die Augenbrauen in der Mitte zusammenziehen. Lesen ab frühester Kindhiet, Fernsehen und Konzentration vor dem Computerbildschirm strengen das Auge an. Unwillkürlich wird versucht, die Augenbraue „schützend“ über das Auge zu ziehen: eine Konzentrationsfalte bildet sich und wird als „Zornesfalte“ gedeutet.

Besonderheiten Zornesfalte

Dieses ist immer noch das allerbeste Anwendungsgebiet für Botox.

Normalerweise kann man eine recht hohe Dosis Botox an dieser Stelle verwenden, da der „böse“ Gesichtsausdruck von niemand geliebt wird. Einige Leute fürchten, sie könnten dann nicht mehr richtig „streng“ schauen. Aber auch Kinder unter 12 können dort keine Falten ziehen und trotzdem missmutiges Befinden mimisch sehr gut vermitteln. Einige Patienten berichten auch, dass gerade bei Geschäftsverhandlungen das Fehlen der Zornesfalte bei deutlicher Nicht-Zustimmung in der sonstigen Körper- oder verbalen Haltung einen deutlichen Wettbewerbsvorteil darstellen kann. Wahrscheinlich liegt das daran, dass die zur Schau getragene Entspannung den Eindruck vermittelt, man würde weit über den Dingen stehen.

Einige Menschen wünschen dennoch eine Rest-Mimik, weil sie als Schauspieler arbeiten o.ä. Dann nimmt der Arzt einfach eine geringere Dosis des Medikaments. Es ist erstaunlich, wie viele Leute vergessen, dass die Wirkung dosisabhängig ist. Genauso wie man mit dem Auto im verkehrsberuhigten Bereich langsam fährt (Geschwindigkeit ist gaspedal-abhängig), kann man auch in der Botox-Behandlung verfahren.

Was kann bei der Behandlung der Zornesfalte passieren?

Bei falscher Injektion, nämlich zu nahe am und Richtung Auge kann der Muskel „erwischt“ werden, der das Augenlid hebt. Das kann dann zu einem herabhängenden Augenlid führen. Dieses dauert je nach Dosis 1-3 Monate an. Selten sind Blutergüsse oder diskrete Kopfschmerzen, die aber immer nur einige Stunden nach der Injektion bestehen bleiben.

Kein Mensch hat genau symmetrische Augenbrauen. Vor einer Botox-Behandlung muß der Grad der Asymmetrie analysiert werden, dann kann bei der Behandlung darauf eingegangen werden.

Anheben der Augenbrauen mit Botox

Das geht tatsächlich, natürlich in begrenztem Umfang. Wenn wir vor dem Spiegel einmal ausprobieren, was passiert, wenn wir die Augen zusammenkneifen, werden wir sehen, dass sich die Augenbrauen nach unten ziehen. Wenn nun die Muskeln, die die Braue nach unten ziehen (die sog. „Brauen-Depressoren“), behandelt werden, überwiegt der Zug der Gegenmuskulatur, die die Brauen nach oben hebt. Durch diesen Trick kann die Augenbraue ca. 1 — 2 mm angehoben werden.

Das „Öffnen“ der Augen mit Botox

Der Muskel um das Auge herum, medizinisch 'Muskulus orbicularis oculi', ist ein Ringmuskel. Er kneift das Auge zusammen. Wird er also seitlich an seiner Arbeit gehindert, kann er dort nicht mehr so richtig fest zukneifen, das Auge „öffnet“ sich. Ein wunderschöner und erwünschter Effekt, der von vielen Patienten geliebt wird.

Wie immer hat Alles zwei Seiten: Bei Menschen, die ein schwaches Binde- und Stützgewebe haben, kann die Behandlung des Kneifmuskels dazu führen, dass das Auge zu weit aufgeht. Die seitliche Abstützung wird bei diesen Patienten auch durch den Muskel gewährleistet, so dass der Wegfall des Muskelzuges in einem Tiefertreten der Haut neben dem Auge resultiert: Das sieht dann aus wie Tränensäcke, weil die Haut unterhalb des Auges zu viel erscheint.

Diese Fältchen treten erst ab einem bestimmten Alter auf, je nach Elastizitätsverlust der Haut. Sie können also als Alterungszeichen gesehen werden, speziell für die Voralterung durch zu viel Sonnenbestrahlung, da diese die kollagenen Fasern schädigt. Junge Leute haben keine Krähenfüße, da die Haut noch zu elastisch ist und immer wieder in ihre ursprüngliche Lage zurückgeht. Diese Lachfältchen führen im Prinzip zu einem sympathischen Aussehen, wirken aber dennoch je nach Ausprägung sehr störend. Typischerweise beschweren sich die Patienten darüber, dass sich beim Lachen die Falten recht weit „nach hinten ziehen“. Wichtig zu wissen: Die Lachfalten „verschwinden“ nicht im eigentlichen Sinne, sonder werden verkürzt. Das heißt, dass man bei einer richtig durchgeführten Behandlung weniger Krähenfüße hat, aber immer den sympathischen Gesichtsausdruck beim Lachen behält.

Besonderheiten Krähenfüße

Mit Botox sind nur die durch den Muskelzug bedingten Falten zu behandeln. Diese laufen radiär, also sternförmig vom äußeren Augenwinkel weg nach außen. Manchmal ziehen sich zusätzliche Fältchen auch von oben nach unten durch dieses Areal: Das sind die Schlaffalten. Sie werden durch das Liegen auf dem Kissen hervorgerufen. Man kann sich das überprüfen, wenn man die Handfläche seitlich auf das Gesicht legt und etwas nach vorne drückt (also so tut, als wenn man sich seitlich auf ein Kissen legen würde). Diese Falten sprechen nicht auf Botox an, im Gegenteil können sie sogar eventuell noch verschlimmert werden, weil man mit der Botox-Behandlung die muskuläre Stütze auch noch wegnimmt.

Was kann bei der Behandlung der Krähenfüße passieren?

Tiefertreten des unteren Augenlides bei starker Überdosierung. Ganz selten und harmlos, aber ärgerlich sind Wasseransammlungen, sog. Ödeme, die bei einer entsprechender Veranlagung eine ganze Weile nach der Injektion bestehen können. Wahrscheinlich besteht bei diesen Patienten schon vorher eine geringe Überforderung des Lymphsystems, das für den Abtransport von Wasser im Gewebe zuständig ist. Die Botox-Behandlung führt dann wegen des Wegfall des Muskelzugs dazu, dass es nun vollends überfordert ist, sozusagen der Tropfen, der das volle Faß zum Überlaufen bringt. Hier muss man abwarten, nach ein paar Tagen, wenn man Pech hat auch Wochen, reguliert sich das Gewebe von selbst wieder ein. Wenn man also weiß, dass man unterhalb der Augen zu Schwellungen neigt, sollte man das bei der Behandlung berücksichtigen.

Bei total fehlerhafter Injektion von zuviel Medikament zu sehr Richtung Auge könnten auch die Muskeln getroffen werden, die den Augapfel hin- und her bewegen. Das könnte dann zu einem künstlichen Schielen führen.

Bei viel zu tief liegender Injektion am untersten Punkt mit einer zu hohen Dosis könnte der Muskel getroffen werden, der den Mundwinkel hebt, was zu einem Herabhängen des Mundwinkels führen könnte. Deshalb muss immer oberhalb des Wangenknochens injiziert werden.

Wichtig ist die Vermeidung von Überdosierung oder Injektion in die falsche Stelle. In der Nähe verläuft nämlich ein Muskel, der mit für die Hebung der Oberlippe verantwortlich ist und den wunderbar verschlängelten Namen 'Muskulus levator labii superioris alaeque nasi' trägt. Bei einer versehentlichen Injektion in diesen Muskel könnte es zu einem unschönen zeitweisen Herabhängen bzw. einer Verlängerung der Oberlippe auf der betroffenen Seite kommen.

Bei einer zu sehr in Richtung Unterlid zielenden falschen Injektion könnte das Unterlid teilweise herabsinken.

Die kleinen, seitlich und oben neben dem Nasenrücken auftretenden Nasenfältchen werden auch als „Hexenfalten“ bezeichnet. Sie stören im Allgemeinen recht selten. Es kann allerdings sein, dass diese Fältchen nach der erfolgreichen Behandlung der Zornesfalten mehr auffallen. Das heißt nicht, dass sie durch die Behandlung schlimmer werden- immerhin hat die Behandlung der Zornesfalte mit der Nasenregion nichts zu tun-, sie fallen einfach mehr auf. In der Fachpresse wird dieses Phänomen auch als „Botulinumtoxin-sign“ (Botulinum-Zeichen) beschrieben: Der Bereich der Zornesfalte, also zwischen den mittleren Augenbrauen-Enden, bleibt bei forcierter Mimik glatt, während sich bei bestimmten Grimassen die mimische Muskulatur der Nase noch mitbewegt. Sehr schön ist für den Eingeweihten- und dazu zählen Sie ja jetzt!- das Beobachten von Musik-Videoclips und die Beobachtung, ob die Sängerin in Nahaufnahme des Gesichts das Botox-Zeichen hat oder nicht...

Besonderheiten Nasenfältchen

Eigentlich ist die Behandlung dieser Region sehr einfach, wenn man nur vorsichtig genug ist und eine ruhige und zarte Hand hat. Natürlich müssen versehentliche Überdosierungen vermieden werden.

Die horizontalen Falten der Stirn stören viele Menschen. Je jünger, desto weniger Querfalten auf der Stirn, je älter, desto mehr. Man kann sogar das Alter des Gegenüber grob an den Stirnfalten ablesen: Jede Querfalte steht für ungefähr ein Jahrzehnt.

Die glatte Stirn der Teenager steht für ungebrochene Jugend. Prof. Jean Carruthers sagt ihren weiblichen Patienten gerne: „Wegen Botox habe ich seit zehn Jahren die Stirn nicht mehr gerunzelt, und wissen Sie was? Es fühlt sich großartig an!“

Besonderheiten Stirnfalten

Aber: Gerade an der Stirn ist Vorsicht geboten, hier werden die meisten Anfänger-Fehler gemacht. Die Querfalten der Stirn werden nämlich von einem einzigen Muskel hervorgerufen. Dieser ist für das Hochziehen der Augenbrauen verantwortlich. Bei manchen Menschen sinken die Brauen im Alter herab, die Haut zwischen Haaransatz und Braue verlängert sich. Entspannt man nun den Muskel mit Botox zu sehr, so kann das zu einem Tiefersinken der Brauen führen und damit zu einem „verärgerten“ oder „missmutigen“ Gesichtsausdruck- ganz bestimmt nicht der erwünschte Effekt bei einer „Schönheitsbehandlung“. Im Gegensatz dazu kann man mit Botox die Braue ja auch um 1-2 mm heben. Ein Millimeter ist eine kleine Strecke, aber im Gesicht bedeutet ein Millimeter viel.

Gerade die Übertherapie der Stirn könnte auch zu jenem maskenhaften Aussehen führen, das unbedingt vermieden werden sollte.

Man muß sich also über die Folgen der Behandlung der einzelnen mimischen Muskeln im Klaren sein. Während der unbeabsichtigt zornige Gesichtsausdruck, der durch die Zornesfalten entsteht, für das Mienenspiel (Ausnahme: Schauspieler) eine geringe Rolle spielt- oder um es mit unseren Patienten zu sagen: „...braucht kein Mensch“- gilt das Umgekehrte für die direkt daneben liegende Stirnmuskulatur: Das Hochziehen der Augenbrauen benötigt man, um beim Zuhören Interesse oder Anteilnahme auszudrücken. Fehlt diese Möglichkeit, so sieht man teilnahmslos, desinteressiert oder im schlimmsten Falle eben mimikstarr aus.

Außerdem sprechen unterschiedliche Patienten unterschiedlich stark auf die Behandlung an. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Zielvorstellung nicht gleich bei der ersten Sitzung erreichen zu wollen, sondern zuerst vorsichtig, und erst bei der nächsten Sitzung eine etwas höhere Dosierung zu geben.

Was kann bei der Behandlung der Stirnfalten passieren?

Tiefer tretende Augenbrauen bei zu hoher Dosis in der Stirn. Das ist schwer zu behandeln. 'Mr. Spock' oder 'Jack-Nicholson'-Augenbraue bei ungleichem Muskelzug. Dieser unerwünschte Effekt kann durch eine kleine Dosis über der äußeren Augenbraue einfach wieder behoben werden.

Im Kinnbereich können zwei Situationen störend sein: Einmal die Querfalte zwischen Kinnspitze und Unterlippe, zum anderen eine Aufwerfung der Kinnhaut im Sinne des sog. „Erdbeerkinns“. Dieses Kinnrunzeln wird auch „Pflasterstein-Muster“ genannt. Einige Menschen aktivieren gewohnheitsmäßig den Muskel; im Verlauf des natürlichen Alterns kommt es zu einer Abnahme des Unterhaut-Gewebes, was wiederum dazu führt, dass der Muskelzug auf die Haut noch stärker wirken kann.

Besonderheiten Kinn

Am besten kann die Botox-Therapie bei Querfalten am Kinn mit einem Unterspritzungsmaterial kombiniert werden. Das Pflasterstein-Muster dagegen spricht eigentlich nur auf Botox richtig an, da es ja auch allein muskulär bedingt ist.

Was kann bei der Behandlung der Kinnfalten passieren?

Bei extremen Botulinum-Dosen und Injektion in die falsche Stelle könnte die Mundbewegung unsymmetrisch werden.

Diese auch als „Raucherfalten“ oder „Plissée-Falten“ bezeichneten radiären oberflächlichen Fältchen der Oberlippe treten praktisch immer bei Frauen auf. Rauchen und viel Sonne fördern das Auftreten natürlich, es gibt aber auch Frauen, die sie haben und nie eine Zigarette angefasst haben. Bei Männern kommen diese Falten so gut wie nie vor.

Wenn man die Lippen spitzt, also einen Kussmund macht, sieht man, wie sich die Lippen individuell verschieden in Falten legen. Dämpft man die Mundschluß-Muskulatur ein wenig, so kann der Muskel nicht mehr so kraftvoll ziehen und legt sich auch viel weniger in Falten.

Besonderheiten Oberlippenfältchen

Wenn man sich den Wirkmechanismus von Botulinum vor Augen hält, werden die Besonderheiten an der Lippe im Gegensatz zu anderen Regionen sofort klar: Botox entspannt die Muskulatur dosisabhängig genau dort, wo es gespritzt wird. Bei der Behandlung der Zornesfalte möchte man üblicherweise die Muskulatur möglichst komplett ruhigstellen, um den Mund herum möchte man die Muskulatur auf keinen Fall ganz ruhigstellen. Warum? Der Schließmuskel des Mund-/ Lippensystems ist verantwortlich für viele Dinge: Sprechen, Pfeifen, Essen und natürlich, um den Mund geschlossen zu halten. Wird diese Funktion zu sehr an irgendeiner Stelle gestört, so würde man den Mund nicht mehr richtig bewegen können. Die richtige — niedrige — Dosis ist also in diesem Areal besonders wichtig.

Auch bei korrekter Anwendung kann die Muskelaktivität so weit herabgesetzt sein, dass pfeifen, mit dem Strohhalm trinken, oder ein Blasinstrument spielen nicht mehr richtig geht. Auch das Festhalten von Zigaretten (!) kann gestört sein. Patienten haben jedenfalls schon begeistert darüber berichtet, dass diese Methode hervorragend zur Begleitung von Nikontin-Entzug verwendet werden könne, da man die Zigarette ohnehin nicht mehr richtig im Mund halten kann. Wer das nicht will, sollte auf die Behandlung sicherheitshalber vollständig verzichten.

Während bei der Behandlung anderer Areale die Falten oft ganz verschwinden, ist das für die sehr hartnäckigen Lippenfalten zuviel verlangt. Allerdings können sie recht gut gemildert werden.

Besonders gut eignet sich die Botox-Behandlung als zusätzliche Therapie in Kombination mit anderen Methoden. Wenn etwa eine Laserung oder eine Unterspritzung der Lippe geplant ist, kann die Botulinum-Behandlung am besten zwei Wochen vorher erfolgen: Die Behandlungsergebnisse sind danach, wie wissenschaftlich klar gezeigt werden konnte, viel besser als ohne Botox.

Was kann bei der Behandlung der Oberlippenfalten passieren?

Der Mundschlussmuskel kann so stark in seiner Funktion behindert sein, dass sich der Mund z.B. beim „Oh“-Sagen asymmetrisch verzieht. Bei unsymmetrischer Behandlung könnte unsymmetrisches Lachen resultieren. Man kann nicht mehr mit dem Strohhalm trinken.

Im Prinzip gilt für die Unterlippen das Gleiche wie für die Oberlippe, nur dass hier noch geringere Dosen zu Nebenwirkung führen können. Auch hier muss der Behandler also besonders aufpassen und vorsichtig sein.

Am Mundwinkel seitlich unten graben sich im Laufe der Jahre bei einigen Menschen Linien ein, die vom Mundwinkel in Richtung Kinn laufen. Da der Mundwinkel meist etwas herabhängt, heissen diese Linien auch 'Traurigkeitsfalten' oder in Analogie zum Aussehen wie bei Marionetten-Puppen oder auch Nussknackern 'Marionetten-Linien'.

Diese Falten entstehen einerseits durch ein Schwinden des Unterhaut-Stützgewebes und andererseits durch den Muskelzug der Muskeln, die den Mundwinkel nach unten ziehen. Im Fachjargon heissen diese 'Mundwinkel-Depressoren-Muskeln', also übersetzt Mundwinkel-Herunterzieher. Der hauptsächliche Muskel läuft vom äußeren Mundwinkel zum Unterkiefer-Rand, wo der Muskel festgewachsen ist.

Besonderheiten Mundwinkelfalten

Man kann diesen Muskel, der auch Traurigkeitsmuskel genannt wird, an verschiedenen Stellen behandeln. Am sichersten ist es, ihn in der Nähe des Unterkiefer-Randes zu treffen, damit keine unbeabsichtigten Botox-Effekte in der unmittelbaren Umgebung des Mundes entstehen können.

Was kann bei der Behandlung der Mundwinkelfalten passieren?

Der Mundschlussmuskel kann so stark in seiner Funktion behindert sein, dass sich der Mund z.B. beim „Oh“-Sagen asymmetrisch verzieht. Bei unsymmetrischer Behandlung könnte unsymmetrisches Lachen resultieren.

Im Alter treten bei einigen Patienten je nach Veranlagung, Hautelastizität, Grad des Schwundes des Unterhaut-Stützgewebes und gewohnheitsmäßigem Gebrauch bestimmter Halsmuskeln Querfalten oder längsorientierte Bänder am Hals auf. Patienten mit Längsbändern beschweren sich typischerweise über das 'Truthahn-ähnliche' Aussehen.

Eine zweite Gruppe von Patienten hat ein klassisches Face-Lift hinter sich; dabei kommt es manchmal vor, dass durch einen bestimmten Halsmuskel, das sog. Platysma, gebildete Längsbänder zurückbleiben. Das ist dann meist einseitig und stört dementsprechend.

Es gibt verschiedene Muskelgruppen am Hals. Die in der Tiefe gelegenen sind für den Halt des Kopfes verantwortlich, die oberflächlichste Muskel ist auch ein Mimikmuskel, das sog. Platysma. Dieser Muskel zieht vom Unterkiefer-Rand bis zu den Schlüsselbeinen und manchmal sogar darüber hinaus. Es gibt auch Autoren, die meinen, dass die Muskeln des Halses, die direkt unter der Haut liegen, insgesamt mit dafür verantwortlich sind, die Gesichtshaut nach unten zu ziehen und versprechen sich von der Botox-Behandlung deshalb einen Ansatz, um einen deutlichen Lifting-Effekt zu bekommen.

Besonderheiten Halsfalten

Leider sprechen nicht alle Halsfalten zuverlässig und effektiv auf eine Botox-Behandlung an. Bei Querfalten sind manchmal recht gute Erfolge zu verzeichnen, ebenso sprechen wirklich heraustretende Längsbänder sehr gut an. Wenn die Haut zu unelastisch ist, würde sie nach der Entspannung der Muskulatur nur noch mehr nach unten wandern; hier sollte ein chirurgisches Lifting angeraten werden. Bei zuviel Unterhautfett spricht eine Botox-Behandlung überhaupt nicht an, die Muskulatur macht allein einen zu schwachen Anteil an dem störenden „Doppelkinn“. Hier gibt es wunderbare Erfolge durch die schonende neue Methode der Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie mit Vibrations-Assistierter Liposuktion (siehe Fettabsaugung-Liposuktion. Ein Patientenratgeber. G. Sattler und B. Sommer, Mednova-Verlag Frankfurt).

Was kann bei der Behandlung der Halsfalten passieren?

In der vorderen Region des Halses muss besonders vorsichtig und in der richtigen Dosis gespritzt werden, da sich der Kehlkopf fast unmittelbar dahinter befindet. Bei einer starken Überdosierung könnte es demnach zu einer in der Tonhöhe veränderten Stimmlage, bei extremen Überdosierungen auch zu Schluckstörungen oder gar Halshebeschwäche kommen. Am besten ist es also, wenn dieses Areal in der Therapie ganz ausgelassen wird- dann kann auch in dieser Hinsicht nichts passieren.

Bücher

Das von Dr. med Dorothee Bergfeld und Dr. med. Boris Sommer 2005 herausgegebene Buch gilt als umfassender Ratgeber zu verschiedenen Verfahren der "sanften" Hautverjüngung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der sanften Faltentherapie, also den Verfahren, deren Effekte bewusst zeitlich begrenzt sind, die den Patienten wenig belasten und nebenwirkungsarm zu einem natürlichen, entspannten Aussehen führen.

Die Autoren setzen seit Jahren einen Schwerpunkt auf diese Form der ästhetischen Medizin und geben in diesem Buch ihre langjährig gesammelten praktischen und theoretischen Erfahrungen weiter. Neben zahlreichen Hinweisen auf ärztliche Verfahren finden Laien hier außerdem Tipps, was Sie selbst gegen die vorzeitige Hautalterung tun können.

Themenschwerpunkte aus dem Inhalt:

  • Altwerden - ein Privileg der menschlichen Art 
  • Schönheit und Körperpflege 
  • Strategien für erfolgreiches Altern: Anti- oder WellAging (Bedeutung der Ernährung, von regelmäßiger Bewegung, Immunsystem und Hormone, Stress, Lebenseinstellung...) 
  • Welche Methoden der Faltenbehandlung gibt es? 
  • Alles zum Thema Botulinumtoxin.

Erschienen im Trias Verlag. ISBN 3-8304-3230-5

http://www.thieme.de/presseservice/archiv/triasreport200402/03.html

Für Ärzte. Das 2000 in deutscher und englischer Sprache erschienene Buch stellte erstmals die Anwendung von Botulinumtoxin in der Faltenbehandlung dar. Die inzwischen vorliegende dritte Auflage von 2006 hat sich unter Kollegen den Ruf als Standardwerk geschaffen.

Wissenschaftliche Publikationen

Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft JDDG, Band 5 Supplement 1, Februar 2007. BlackwellVerlag

Sommer B, Bergfeld D, Sattler G

Dermatol Surg 2003; 29: 456-60.

Sommer B, Zschocke I, Bergfeld D, Sattler G, Augustin M.